Am Anfang steht Ihre Idee.
Wir bringen sie auf Papier.

Kontakt

Sara Gianella

lic. phil. I Germanistik / Publizistik
Master in Communication Management

 

079 327 66 34

041 560 00 00
sg@texteria-gianella.ch

Büro:

Eggstrasse 25
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Büro & Kursräumlichkeiten:

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6440 Brunnen SZ

 

 

 

Foto Alexandra Pauli

Wie es dazu kam…

Bereits als Kind war die Bibliothek mein Spielplatz. Ich schleppte kiloweise Bücher nach Hause und verschlang diese in Windeseile.

In meinem Maturitätszeugnis stand die beste Note beim Fach Deutsch (und ja, Mathematik hätte man getrost streichen können). Um meinen damaligen Traum als Journalistin zu verwirklichen, entschloss ich mich für ein Studium der Germanistik- und Publizistikwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin für eine Schweizer Tageszeitung.

Nach dem Studium war ich mehrere Jahre im Bereich Public Relations, Events und Sponsoring für eine Innerschweizer Uhrenmarke tätig. Um meine kommunikative Wissbegierde zu stillen, absolvierte ich daneben den Master in Communication Management.

„Meine Leidenschaft für die deutsche Sprache und das Texten ist über alle Tätigkeiten und Weiterbildungen hinweg noch gewachsen. Genau deswegen gibt es die Texteria Gianella.

Klein, fein und kreativ. Kommunikativ, frisch und kundenorientiert.“

Und seit ein paar Monaten wächst die Texteria stetig: Zum einen in der Person von lic. phil. I Gabriela Bart, die uns in den Bereichen Text, Lektorat sowie mit Deutsch- und Schweizerdeutschkursen unterstützt. Zum anderen dank Anny Good-Ishchenko und Andrea Huber, welche in unseren Räumlichkeiten in Brunnen Englisch, Russisch und Französisch unterrichten.

Wir sagen: Grüezi, Guten Tag, Welcome, Bonjour und добро́ пожа́ловать! in der Texteria Gianella..

Services

Für folgende Print- und Online-Publikationen übernimmt die Texteria Gianella das Korrektorat, Lektorat oder die gesamte Texterstellung:

- Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften
- Websites / Content Management
- Newsletter
- Social-Media-Beiträge
- Blogs / Community Management
- redaktionelle Beiträge
- Medienmitteilungen
- Direct Mailings
- Kolumnen
- Bewerbungen / CV
- Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten (nur Lektorat / Korrektorat)
  ... und vieles mehr, fragen Sie uns gerne an.


 

Als Grundlage für ein Korrektorat, Lektorat oder eine Texterstellung dienen die offiziellen Regeln der deutschen Rechtschreibung, auf denen der Duden basiert. Mögliche Abweichungen können bestimmte Fachausdrücke betreffen, die (noch) nicht im Duden enthalten sind.

Gerne erstellen wir Ihnen eine
unverbindliche und individuelle Offerte.

Korrektorat

Im Korrektorat prüfen wir Ihre Texte auf folgende Punkte:

- Rechtschreibung
- Zeichensetzung 
- Satzbau
- Grammatik 
- Vereinheitlichung von Schreibweisen,
  Adressen und Eigennamen

Lektorat

Ein Lektorat umfasst neben dem Korrektorat folgende Aspekte:

- Überprüfung der inhaltlichen Logik und Verständlichkeit
- Optimierung von Stil und Ausdruck
- Vermeidung von Wortwiederholungen
- Anpassung von Fällen, Zeitformen und Präpositionen

Texten

Ihre Website benötigt frischen Inhalt, Sie möchten eine Medienmitteilung publizieren oder in Ihrem Unternehmen ein Mitarbeitermagazin einführen? Gerne übernimmt die Texteria Gianella die gesamte Textkonzeption sowie -erstellung. Komplexe Inhalte werden allgemein verständlich und wirkungsvoll auf den Punkt gebracht. Ein Lektorat rundet den Auftrag ab.

Übersetzungsmanagement

Text, texto, текст oder – Benötigen Sie Ihre Publikation in mehreren Sprachen? Die Texteria Gianella arbeitet mit renommierten Übersetzern zusammen und koordiniert gerne Ihre Übersetzung.

Referenzen

Blog

19.


Februar
2015

We proudly present...

Ab 1. März 2015 unterstützt Gabriela Bart die Texteria Gianella als Freelancerin in den Bereichen Text, Lektorat und Deutschunterricht. Gabriela kann nicht nur auf vielseitige Tätigkeiten im Journalismus sowie in der Wissenschaft zurückschauen – nein, auch charakterlich hat sie ein paar Trümpfe im Ärmel: Neugierig, taktvoll, blitzgescheit, vielseitig einsetzbar und mit einer stoischen Ruhe ausgestattet, die unsereins nur bewundern kann. Diese Eigenschaften kommen oder kamen ihr in all ihren beruflichen Tätigkeiten zugute…

… sei es an der Universität Zürich, wo sie momentan ihre Doktorarbeit in der Germanistik im Bereich der Dialektologie schreibt sowie als Dozentin tätig ist. Denn Gabriela trägt – dialekttechnisch – zwei Herzen in ihrer Brust: Zuger Geschäftigkeit meets Walliser Gemütlichkeit. Das Lötschental kann sie nämlich nicht verleugnen – erst recht nicht, wenn sie ihre Waffe „Walliserditsch“ hervorholt und es rundherum als Geheimsprache identifiziert wird.

… oder zum Beispiel in der Ringier-Journalistenschule, im Volontariat beim SonntagsBlick-Magazin und in ihrer Tätigkeit für eine Zuger Regionalzeitung. Sei es für eine Reportage nach Äthiopien zu reisen, mit einem Pistenfahrzeug mitten in der Nacht in steilster Engadiner Hanglage rumzukurven, für Produktvorstellungen die namhaftesten Kosmetikhersteller oder Konzerte alternder Schock-Hard-Rocker zu besuchen – Gabriela machts.

… wie damals im Lötschental, wo sie ein Praktikum als Produktionsassistentin für den Film „Im Namen der Gerechtigkeit“ mit Matthias Gnädinger und Martin Schenkel absolvierte. Aber nicht der Filmdreh stellte für Gabriela das wahre Highlight dar. Sondern Roger Moore, der gerade zum Skifahren fuhr, während sie den Verkehr regelte – und ihn mit einem coolen „Hi, Mr. Bond“ an sich vorbeiwinkte. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass Gabriela, tatsächlich ein riesiger Fan von 007, einen ebensolchen vor sich hatte. Den nächsten – kein Geringerer als Sean Connery – traf sie auf den Bahamas. Sie beim Walken, er in Badehosen auf dem Beachcruiser. (Ich weiche ihr zukünftig nicht mehr von der Seite…als nächstes trifft sie bestimmt auf Daniel Craig!)

… so auch als Freelance-Matrosin auf dem Zugersee. Während vielen Jahren informierte sie Passagiere über Sehenswürdigkeiten rund um den Zugersee – in drei Sprachen, notabene –, knipste Tickets und schaffte es (fast) jedes Mal, das Tau beim ersten Wurf über den Pfosten zu werfen. Jeder Cowboy wäre vor Neid erblasst.

Wie gesagt: Vielseitig einsetzbar, mit grossem Wissensdurst und ohne Berührungsängste. Und stets mit grosser Treffsicherheit – nicht nur bei Taten, sondern auch bei Worten. Genau diese Eigenschaften sowie ihre fachliche Kompetenz setzt Gabriela Bart per sofort als Texterin, Lektorin und Deutschlehrerin bei der Texteria Gianella ein. Eine qualifizierte Germanistin und Dozentin im Team zu haben, die dieselbe Leidenschaft für die deutsche Sprache und ihre Eigenheiten hegt wie ich? Wow, Freude herrscht. Sorry, Herr Ogi – aber für einmal finden wir keine besseren Worte dafür.

Willkommen in der Texteria, Gabriela!

13.


November
2013

Teil 3: Koffersuche auf japanische Art

Am tollsten finde ich es ja, wenn man das Gepäck, das es nicht in denselben Flieger geschafft hat wie meine Wenigkeit, noch selbst am Flughafen suchen darf. Weil die Airline ihr Gepäck-Liefer-Versprechen nicht einhalten will / kann / darf / muss.

So passiert in Vancouver. Nachdem ich dort vier Tage auf mein Gepäck gewartet und die Kleider meiner Freundin Christine getragen habe (und ja, deswegen auch noch so viel shoppen musste, wie unangenehm), beschliessen wir, meinen Koffer auf eigene Faust zu suchen. Ein netter Japaner – wir nennen ihn Hr. Nakashima – vom Lost-Baggage-Desk nimmt sich der Sache an und sucht nach meinem Koffer, kommt aber ohne zurück. Hr. Nakashima findet, es sei besser, wenn ich ihn begleite. So werde ich durch alle Sicherheitaus- und Personaleingänge des Flughafens geschleust. Ja, wenn man den Koffer schon selbst suchen muss, soll man wenigstens auch so behandelt werden wie ein Flughafen-Mitarbeiter, oder? Auf dem Weg zum anderen Terminal sucht Hr. Nakashima detektivmässig alles ab…als ob mein Gepäck irgendwo neben dem Kaffeeautomaten oder bei einem Angestellten unter dem Tisch liegen könnte (wobei, es gibt ja Leute, die klauen den Koffer einer Opernsängerin und können auch nichts mit deren Bühnenkleidern anfangen, tüütüütüü – also, das hab ich jedenfalls mal gehört). Und mein Orientierungssinn, sowieso mein schlechtester Sinn, hat keinen Blassen, wo wir sind.

Irgendwann stehe ich im anderen Terminal, das heisst also, gaaaaaanz weit weg vom Lost-Baggage-Desk. Ououou, wenn das gut kommt. Wir treten durch eine Türe, und: Vor mir ein R-I-E-S-E-N-B-E-R-G an Gepäck. Die Rollbänder, auf denen das Gepäck normalerweise drauf liegt, sieht man nicht mehr. Alles komplett überflutet. Mehrere Meter hoch. Alles von derselben Airline, sagt Hr. Nakashima. Seinem stolzen Gesichtsausdruck nach zu beurteilen, ist es keine japanische. Hier beginnt nun unsere ernsthafte Suche nach meinem Gepäck. Alle drei Sekunden sagt Hr. Nakashima: „Is it this one?“, ich immer „no, no, no“. Nach geschätzten zwei Stunden haben wir nichts gefunden. Aber mein Lieblings-Sherlock-Holmes gibt nicht auf und befiehlt ne zweite Runde. Ich bin im falschen Film. Aber wie durch ein Wunder findet Hr. Nakashima plötzlich meinen Koffer. Mein Koffer. In einem riesigen Haufen voller Gepäckstücke und doch so alleine auf dem Flughafen, mitten in Vancouver in British Columbia, in der ach so grossen, weiten Welt. Ich bin so glücklich. Aber Hr. Nakashima scheint noch glücklicher zu sein, sein strahlendes Gesicht werde ich nie vergessen. Er kann sein Glück kaum fassen. Aber er hat ja (Zitat Mr. Nakashima) „immer gewusst, dass er den Koffer findet“. Ja, Hr. Nakashima, der Sieg gehört Ihnen – der Koffer aber mir. Aus lauter Freude knallt er mir mit voller Wucht ein Tomätli auf den rechten Oberarm – und lässt mich dann einfach stehen. Mitten in einem Haufen voller Gepäckstücke und doch so alleine auf dem Flughafen, mitten in Vancouver…äbe, ihr wisst schon.

So, für die nächste Reise kauf ich mir einen Koffer, wie er auf dem Bild drauf ist. Den findet Hr. Nakashima bestimmt schneller.

04.


November
2013

Teil 2: Der Flughafen-Marathon

Teil 2: Der Airport-Marathon

Noch toller finde ich es, wenn eine Fluggesellschaft Anordnungen gibt bezüglich Handgepäck und diese dann selbst nicht einhält. So geschehen in London, wo ich weiter Richtung Vancouver flieg. Da unser Flug von Zürich nach London derart verspätet ist, habe ich noch knapp 30 Minuten, um den Anschlussflug nicht zu verpassen (auf der Tafel steht, ich brauche 40 Minuten bis zum Gate…). Nicht gerade sooo wahnsinnig viel. Und noch weniger, wenn der Security-Mann spontan entscheidet, meine zwei Gepäckstücke in eines umzuwandeln – trotz der damaligen Erlaubnis für zwei Handgepäckstücke. So fliegen Tickets, OBs, Bücher, Zahnbürstli, Fotokamera und Lipgloss durch die Gegend – und bei jedem Gegenstand fragt er mich „You still need this, Ma‘am?“ Logisch, Du Pfosten, sonst hätt ichs nicht eingepackt. Danach bleiben mir noch ca. 15 Minuten, um das ganze Sicherheits-Schuhe-Gurt-Ausziehen-Prozedere hinter mich zu bringen. Wenigstens hat Vollpfosten gecheckt, dass ich es etwas eilig haben könnte. Drum krieg ich Verstärkung – in Form einer kenianischen Langstreckenläuferin. Booaah, hat die lange Beine. Informiert über meine Situation, nimmt sie den Kampf gegen die Zeit auf. Und damit irgendwie auch gegen mich. Denn sie sprintet mit ihren Gazellenbeinen durch den Flughafen, während ich, der Stirzel mit 158 cm, hinterher hechle. Ms. Gazellenbein brüllt durch die Gegend, dass alle aus dem Weg sollen, da ich sonst den Flug verpasse. Häi, die macht jetzt aber auch ein Theater. Vollgas. Sie sorgt dafür, dass ich weder Schuhe noch Gurt ausziehen muss und bei der Gepäckkontrolle zuvorderst in die Reihe stehen darf. Währenddessen checkt sie, auf welchem Gate mein Flieger steht und dann – als hätten wir nicht schon für genug Aufsehen gesorgt – schreit sie mir hinterher „Go, go, go“. Ich bin unendlich dankbar für Ms. Gazellenbeins Anfeuerungsrufe bei meinem Schlusssprint, denn der ist echt heftig. Beim Gate angelangt. Kann. Ich. Nicht. mehr. Ich bin derart ausgepowert, dass ich bäuchlings vor dem Gate-Desk lande (mit zwei Gepäckstücken wäre ich weicher gelandet, ganz bestimmt). Dort liegen bleibe und nur noch Meerschweinchen-mässig aus der Lunge pfeife (Anstrengungs-Asthma lässt seither grüssen). Und einer der anderen Schweizer Passagiere kurz von seiner Lektüre aufschaut und nebenbei bemerkt: „Hättsch nid so müesse pressiere, mier hend en Stund Verspätig.“ Arschloch.

30.


Oktober
2013

Flughafen-Schlamassel, Teil 1: Die Koffer-Ausleihe

Mögt ihr Flughäfen auch so gerne wie ich? Auch heute noch, wo ich doch schon das eine oder andere Mal geflogen bin, bin ich immer ein bisschen (aber nur ein bisschen) aufgeregt, wenn ich einen Flughafen betrete. Ich weiss, die finden mein Ticket im System, auch wenn ich es zuhause vergesse. Auch die ID wird ja total überbewertet. Trotzdem prüfe ich auf dem Weg zum Flughafen gleich nach dem Losfahren, ob beides auch wirklich in der Handtasche ist – um den Vorgang nach spätestens 15 Minuten zu wiederholen. Und wieder und wieder. Bis wir am Flughafen angekommen sind. Wenn der aufregende Moment der Gepäckaufgabe (DAS ist nämlich der grösste Schreckmoment) endlich vorbei ist, bin ich immer ein wenig beruhigt. Und kann mich den schönen Dingen am Flughafen widmen: Duty-Free-Shopping, essen und Leute beobachten.

Aber es gibt, finde ich, auch unschöne Dinge auf dem Flughafen. Die Sache mit dem Gepäck ist so eine. Logo haben wir alle schon mal unser Gepäck nicht bekommen, das gehört ja beim Fliegen heute fast dazu. Ist sozusagen im Service inbegriffen. Aber bei mir kommts manchmal anders. Oder komischer.

Teil 1: Die Koffer-Ausleihe

Einmal flieg ich nach London, um meinen Liebsten zu besuchen. Warte am Rollband auf mein dunkel-blaues Samonsite-Köfferli (sorry, Product Placement muss sein, werdet schon sehen, warum) und schnappe es mir, kaum in Sichtweite angelangt. Keine Zeit verlieren, der Liebste wartet. Freitagabend, Rush Hour. Die Fahrt dauert natürlich ewig. Endlich im Hotelzimmer angekommen, will ich s Köfferli auspacken. Aber s Köfferli will nicht ausgepackt geschweige denn geöffnet werden. Im Glauben, ich habe nur den korrekten Pin vergessen, geht der Liebste alle Zahlenkombinationen durch, bis er es tatsächlich schafft, s Köfferli zu öffnen. Und feststellt: „Du hast aber komische Kleider mitgenommen“. In der Tat. Es ist nämlich nicht mein Köfferli, das da vor mir steht. Nach ein paar Minuten der Bestürzung – eher der kompletten Verzweiflung – düse ich zur Reception. Dort sind sie gottenfroh, dass ich endlich erscheine. Die haben mich ja nicht gefunden, weil das Zimmer auf den Liebsten gebucht ist. Fakt: Mein geliehenes Köfferli gehört einer Opernsängerin. Und die hat noch am selben Abend eine Aufführung. Mit den Kleidern aus dem Köfferli, versteht sich. Es könnte also sein, dass es pressiert. Wie kann man aber auch so doof sein, das Wichtigste nicht als Handgepäck mitzunehmen?

Ich finde, die Operntante ist selbst schuld. Aber ich bin offensichtlich die Einzige, die das so sieht. Drum werde ich am Telefon an der Reception auch von nem Flughafen-Typen angepfiffen, der mir zu verstehen gibt, dass ich meinen Arsch – und vor allem s Köfferli – sofort zum Flughafen bewegen soll. Ich komm ja schon, bleibt mal locker. Die Operntante hats natürlich rechtzeitig und sogar angezogen auf die Bühne geschafft. Ich finde immer noch, sie ist selber schuld. Beim Check-In für den Rückflug hab ich die Geschichte beinahe wieder vergessen. Steh da so gedankenverloren hinter einer Dame…ah, schönes dunkelblaues Samsonite-Köfferli hat sie bei sich. Das Modell – und inzwischen auch den Code – kennen wir doch. Ich verstecke mein Köfferli sehr schnell und vor allem sehr gut. Bestimmt will sie es mir sonst klauen. Man ist doch heutzutage auch nirgendwo mehr sicher.

20.


August
2013

Côte d‘Absurdités

Es gibt Dinge, die muss man zuerst etwas verarbeiten, bevor man darüber schreiben kann. Deswegen die Verspätung dieses Blogposts. Aber fangen wir gleich an:

Ende Mai waren wir mit Freunden an der Côte d’Azur. Casper und Angelique haben 'ne Bekannte in Cannes, die vor vielen, vielen Jahren aus der Schweiz nach Cannes ausgewandert ist und ihren 100-jährigen Geburtstag im grossen Stil feiern will. Das lassen wir uns nicht entgehen. So organisieren wir tollen Urlaub drum herum, fahren an die einzigartige Côte d’Azur und lassen es uns gut gehen. Zwei Events stehen im Vordergrund, wobei uns ein dritter fast auch noch in die Quere kommt. Verkehrstechnisch gesehen jedenfalls.

1. Filmfestival Cannes: Eigentlich kein geplanter Event, aber die Zeit, die wir täglich im Stau verbringen WEGEN dem Festival, lässt es fast zu einem werden. Unsere Navi-Tante kommt mit Reden gar nicht mehr hinterher, weil sie jede Minute ne Alternativ-Route verkünden muss. Aber meint ihr, als Dank kriegen wir wenigstens Leo, Nicole oder sonst jemand von den Leutchen zu Gesicht? Stehen wohl auch im Stau.

2. 100. Geburtstag: Das hingegen nenn ich mal 'n Event. Tante Agnes, die 100-jährige Bekannte von Angelique und Casper, ist ein Original der Superlative. Lässt sich an die Party Location chauffieren, winkt Queen-mässig allen zu, während sie in Stöcklischuhen, schiggem Kleid und ebensolchem Schmuck durch die Gästeschar läuft, sich auf allen Seiten abküssen und am Ende des Ganges noch von „Glanz und Gloria“ interviewen lässt. Glanz und Gloria? Was machen denn die da? Die gehen dann aber schon wieder, bevor wir vier uns mit unserer Darbietung lächerlich machen, oder? 

Die Organisation des Festes hat die Société Suisse de Cannes übernommen. Präsidentin Dolly B., ein vor Ort selbst ernannter Tätschmeister, ein HNO-Arzt a.D., der Schweizer Konsul von Cannes und der Bürgermeister von Cannes. Was Rang und Namen hat, ist also hier, bien sûr - oder am Filmfestival. Einige Gäste mehr wären es gewesen, „aber viele müssen auf die Kinder aufpassen, sind krank, und acht sind seit dem Versand der Einladung gestorben“ (Zitat Tante Agnes). Darunter übrigens auch der Bischof von Cannes. Rund 100, uns hauptsächlich unbekannte Personen sind geladen - und wir mittendrin statt nur dabei. Wenn doch nur dieses Fernsehen wieder weg ist bei unserer Darbietung.

Auch die zwei Tanten und die Mutter von Angelique sind für das Fest aus der Schweiz angereist, die kennen Tante Agnes seit eh und je. Und die Drei sind nicht weniger französisch, amüsanter und schigger als Tante Agnes selbst. Tante Ma., 78-jährig und „La Dame“ der Runde, findet es très charmant, hier alte Bekannte wieder zu treffen und verkündet, dass sie morgen lieber per Taxi als per Bus an die La Croisette fahren möchte. Was Tante H., 75, wiederum als ziemlich dekadent goutiert, während Tante Mo., 71, schweigend die Augen verdreht. Unser Vorhaben, am Sonntag per Helikopter nach Monaco ans Formel1-Rennen zu fliegen (man denke an Event Nummer 1), findet Tante Mo. hingegen super, da man bestimmt auf dem Fürstenhügel landen könne. Das Essen, es gibt nen zünftigen Mocken Fleisch, wird von Tante H. kritisch beäugt („mon dieu, das isch ja riiieeesig“) und sie entschliesst sich zu temporärem Vegetarismus. Und als Tante Ma. bei einem späteren Pastis voller Überzeugung erzählt, sie würde liebend gerne ein Freudenhaus betreiben („ich würde unglaublich gut zu den Mäitli schauen“) und ihre zwei Schwestern nicht mit der Wimpern zucken, ist der Kessel geflickt.

Unsere Darbietung ist - gemäss Zeugen - „das Highlight“. Im Schweizer T-Shirt, zur Einstimmung 'nen lüpfigen Ländler, schreiten wir – glücklicherweise mit reichlich Weisswein im Blut - kräftig zur Tat und vor die 100 Gäste. Meine Gspänli lesen die von Tante Ma. organisierten Grussbotschaften der Bürgermeister und Stadtpräsidenten der Schweizer Ortschaften vor, zu denen Tante Agnes einen grossen Bezug hatte. Und ich komme dann mit der „français fédéral“-Übersetzung hintendrein. Dolly B. kippt fast hinüber wegen unseres Auftritts, jodelt tatkräftig mit und zieht sich auch gleich ein Schweizer T-Shirt über ihren schwarzen Minirock. Nach dem Auftritt gratulieren der Schweizer Konsul und der Bürgermeister zu unserem Auftritt. Die Szenerie ist schlichtweg absurd…irgendwie doch schade, ist Glanz und Gloria nicht länger geblieben.

3. Formel1-Rennen Monaco: Wir haben uns für Variante Boot entschieden, um nach Monaco zu gelangen. Tags zuvor kaufen wir noch Anti-Übelkeit-Tabletten. Man weiss ja nie, was da angeschippert kommt resp. was das Hotel für uns organisiert hat. Als wir es sehen, wissen wir: Die Tabletten benötigen wir nicht. Das Boot fährt zu schnell, um Gedanken an eine mögliche Übelkeit aufkommen zu lassen. Ein schwarzes, flaches Speed-Gummiboot mit Sitzgelegenheiten, auf denen wir die Beine links und rechts runter „plampen“ lassen. Normale Menschen schaffen es mit den Füssen auf den Boden, ich natürlich nicht. Sozusagen Reiten ohne Sattel und Steigbügel. Festhalten müssen wir uns an Henkeln - wie früher beim Ponyreiten an der Chilbi (also, ICH kann mich noch sehr gut daran erinnern!). Trotzdem wollen wir möglichst stilvoll übers Meer fahren, versorgen also noch die Frisur Grace-Kelly-mässig unter einem Tuch, setzen die schigge Sonnenbrille auf – und los geht’s. Mit bis zu 90 km/h donnert Bootskapitän Garmin von Cannes Richtung Monaco. Wir trotzen dabei den hohen Wellen ums Cap d’Antibes und wissen nun, wie sich Bull Riding anfühlt. Und dann DIE Szene: Mit unserem Kamikaze-Boot stürmen wir den Privat-Jachthafen von Monaco. Zwei- bis viergeschossige Jachten um uns herum - und wir voll ins Getümmel rein. Ist nicht auszuschliessen, dass man uns für Greenpeace-Aktivisten hält. Aber Fürst Albert fährt ja auch Elektro-Auto, der unterstützt uns bestimmt in unseren Anliegen für die Natur.

Dann das Rennen. Tribünenplätze in der sogenannten „Rascasse“. Und uns gegenüber die Boxengasse, den gewisse Promis als Catwalk benutzen. Allen voran David Hasselhoff. Uups, hab ich eben von Promis gesprochen? Na gut, wir wollen nicht so sein, als Mitch in den roten Badhösli war er ja wirklich sackstark. Und heute muss er mit seiner schönen Tochter nach Monaco kommen, damit die Leute in seine Richtung schauen – mann, der will gar nicht mehr weg von seinem Catwalk – und er nicht noch einmal in Vergessenheit gerät wie die letzten Jahre. Dann kommt Cameron Diaz und macht ne Welle (sorry, Cameron, aber es ist zu heiss, um mitzumachen). Charlene chauffiert den Albert eine Runde auf der Rennstrecke rum, damit der schön artig winken kann. Das Rennen selbst: Viele Unfälle und Unterbrechungen, tolles Ambiente und Nico Rossberg als Sieger. Und ich mit 'nem halben Sonnenstich.

Nach dem Rennen will Garmin wieder in den Privat-Jachthafen reinfahren – wir gehören jetzt ja auch dazu. Oder auch nicht, denn der Hafen wurde in der Zwischenzeit gesperrt für alle Boote mit – so scheint es – weniger als zwei Etagen. Ja, als ob sich Aktivisten von so was abhalten lassen. Einmal im Boot drin, verkündet uns Garmin, dass wir schon wieder rauskrabbeln müssen, da er ein paar Russen auf ihre Jacht chauffieren muss. Wir werden also auf einem weiteren Jachtsteg abgeladen. Einem Steg, der uns irgendwie fasziniert: Rund um uns herum wieder zwei- bis dreistöckige Jachten (wird langsam langweilig), darauf Frauen im knappen Bikini, Männer in noch knapperen Badhösli, alle Champagner schlürfend und zur lauten Musik tanzend. Jedes Boot feiert hier ne eigene Party. Auf der Jacht hinter uns wird gerade ne Prostituierte nach Hause geschickt. Kaum weg, prescht die Putzfrau mit Gummihandschuhen und Desinfektionsspray auf die Jacht. Zack zack, wer weiss, wann die nächste (oder die Ehefrau) kommt. Na bravo. Viele Gäste müssen nach der Party per Bootstaxi wieder auf ihre eigenen Jachten kommen. Ob die auch immer auf der richtigen landen, denn da draussen wimmelt es ja nur so von diesen Spielzeugen? Mon dieu. Die Russen haben anscheinend auch Probleme, ihr Böötli wieder zu finden, denn unser Garmin holt uns erst nach einer Stunde wieder ab. Na ja, wir hatten immerhin gute Unterhaltung. Aber jetzt geht’s für die Aktivisten nach Hause - in inzwischen gewohnter Bull-Riding-Manier donnern wir in den Sonnenuntergang und Richtung Cannes. Und hängen unseren schönen und lustigen, aber auch einigen absurden Ferienerinnerungen nach…und dies, ohne dabei über Bord zu fallen.

Adieu.

26.


Juli
2013

Von Bollywood, Daniel Vasella und einer Hexe...kein Blog VON, sondern ein Interview MIT Sara Gianella: www.andreaschelbert.ch/category/freakyfriday

Freaky Friday mit einer hübschen Blondine: Was Sara Gianella bei Liebeskummer trinkt, warum sie Kühe besamt und wo sie mit Roger Federer feiert!

Name: Sara Gianella 

Alter: 32  

Beruf: Texterin und Lektorin

Zivilstand: ledig  

Wohnort: Oberägeri ZG

Ungewöhnliche Information über mich: Ich habe eine Schnecken- und Wurmphobie sowie eine Arzt- und Spritzenphobie (kann mich nicht entscheiden, welche schlimmer ist).

Du wachst in einem Spitalbett auf. Alle Menschen um dich herum sprechen Hindi. Was ist passiert?
Sara Gianella: Ach, immer diese Statisten-Rollen in den Bollywood-Streifen! Ich würde jeweils lieber etwas Verbales dazu beitragen, stumm zu sein liegt mir gar nicht und in einem Spitalbett zu liegen noch viel weniger.

Deine beste Freundin spannt dir deinen Freund aus. Du bist am Boden zerstört. 2 Wochen später stirbt deine Freundin überraschend bei einem Unfall. Wirst du zur Beerdigung gehen?
Gianella: Auf jeden Fall. Jemand muss ihn doch trösten…

Du wurdest zur Schweizer Discoqueen gekürt. Nun musst du dich für drei Schweizer Promis entscheiden, mit denen du eine ganze Nacht feiern wirst. Wer wird es sein?

Gianella: Roger Federer, der hält mit seiner Kondition tanztechnisch die ganze Nacht durch. Xenia Tchoumitcheva leiht mir bestimmt einen geilen Fummel. Und Daniel Vasella darf das Ganze dann bezahlen. 

Du bist gestorben und hast die Aufgabe, die Menschen als Engel zu beschützen. Du kannst drei Personen wählen, für die du verantwortlich bist. Wer wird das sein?
Gianella: „Meine“ drei Kleinsten, da sie das ganze Leben noch vor sich haben: mein Göttibueb Lino und meine beiden Neffen Ilario und Tiago.

Was wäre dir lieber: zwei Jahre lang Schweizer Kühe zu besamen oder 7 Monate Sterbende in Kalkutta zu begleiten?
Gianella: Falls bei Angebot 1 ein Crashkurs bei Rochus Stöckli (Anmerkung der Redaktion: Besamer aus dem Kanton Schwyz) inbegriffen ist, bin ich dabei.

Vervollständige den Satz: Als Bundesrätin würde ich…
Gianella: … gut aussehen, einen neuen Dresscode einführen, High Heels tragen und Stimmung in den Laden bringen. Und ich würde eine Maximaldauer für 1. August-Reden einführen. Über die brisanten Themen streiten sich ja schon andere.

Du bist alt und gebrechlich geworden. Eines Tages taucht die liebe Hexe Zandumbraxa bei dir auf. Sie hat Mitleid und schlägt dir vor, dich wieder in eine junge, hübsche Teenagerin zu verzaubern. Wie antwortest du?
Gianella: Falls meine Freundinnen dieses Treatment auch in Anspruch nehmen können, zahl ich gerne noch drauf. 

Du kriegst eine Schönheitsoperation geschenkt. Legst du dich unters Messer?
Gianella: Wenn die OP mit möglichst wenigen Spritzen verbunden ist, her damit.

Du bist in Thailand von einer extrem giftigen Schlange gebissen worden. Du wirst bald sterben. Dir bleiben nur noch drei Minuten, in denen du bei Bewusstsein bist. Da klingelt dein Handy, deine Mutter ist am Draht. Was machst du?
Gianella: Mich von ihr verabschieden, ihr für alles danken und liebe Grüsse an alle ausrichten. Und ihr sagen, dass sie sich keine Sorgen machen muss, denn gemäss Frage 4 gibt’s aus mir einen Engel und die haben‘s bestimmt toll da oben.

Was hat dir bei Liebeskummer geholfen?
Gianella: Das, was immer hilft: Meine Freundinnen, Schokolade und Martini.

Weitere Informationen unter www.texteria-gianella.ch

02.


Mai
2013

DER Traum

Wie ihr vielleicht bemerkt habt – ich hoffe es jedoch nicht für euch -, war letztes Wochenende Vollmond angesagt. Meine Wenigkeit findet Vollmond ja scheisse. Früher sind mir dabei die Pferde durchgebrannt, heute ist es anscheinend meine Phantasie. Und dies im Schlaf. Läck, was ich geträumt habe. Ich erzähls euch. Aber W-E-H-E, ihr lacht. Kein bisschen, ok?

Na gut. Ich bin also in einem Hotel in München. Es hat viele Leute, die auf irgendetwas warten. Ich habe ein eigenes Zimmer und muss mich ganz schigg anziehen. Ich trage diese komischen Hosen, in denen man aussieht, als hätte man reingekackt. Daran, dass ich solche Hosen tragen, hätte ich eigentlich schon merken müssen, dass dies ein (Alb)traum ist. Neun andere Mädels sind auch noch dort. Dann treffen wir – ACHTUNG – Peyman und Heidi Klum. Höööö. Ich check mal grad gar nix. Und was macht Peyman plötzlich wieder in der Jury? Dann sagt Heidi zu uns: Schööööööön, Willkommmmmen! Ihr seid die 10 Finalistinnen von Germany’s Next Topmodel. He, hallo? Bitte was? Hätte ich das gewusst, hätte ich sicher nicht die Kackhosen angezogen. Anscheinend haben wir aber nen Brief bekommen, sagen die anderen Models (also eine, die lesen kann). Eine andere hat es anscheinend auch nicht gekriegt, aber sie ist komischerweise schigg angezogen. Die will mich wohl für dumm verkaufen. Und dann, als wäre das nicht genug, sagt Peyman: Sara, wir beginnen mit Dir! Aha, und was heisst das jetzt genau? Tue aber natürlich so, als ob ichs wüsste und stolziere mit meinen Killer-High Heels über den Laufsteg. Dachte, das sei ganz einfach. Aber Himmel hilf, der Laufsteg ist ein Teppich und der wiederum UNGLAUBLICH hochflorig. Während meines Laufs über diesen Scheiss-Teppich befinde ich mich drum in stetiger Rücklage. Zum Glück hat meine Kackhose zwei Säcke, die linke Hand halte ich ganz lässig dort rein (hab ich ja schon zur Genüge im Fernsehen gesehen, wie die das so machen). Das wiederum bedeutet aber, dass ich total einseitig laufe. Denn um mich auf dem Hochflorteppich in Schwung zu halten, bräuchte ich eigentlich beide Arme. Wie beim Walken halt. Endlich bei der Jury angekommen (wo ist denn eigentlich der Dritte im Bunde? Und wer ist der Dritte im Bunde noch mal?), sagt der Peyman: Sie kann nicht laufen, aber sie hat was Spezielles - sie gefällt mir! Boah, da hab ich doch mal Glück gehabt im Leben. Dass ich ca. 20 Zentimeter zu klein, 20 Jahre zu alt und 20 Kilo zu schwer bin, scheint er nicht zu bemerken (oder ist das gerade "das Spezielle"?). Ist halt fasziniert von mir, voll supi.

Später beim gemeinsamen ESSEN – weiteres Indiz für nen Traum – frag ich meine Tischnachbarin, was das Ganze soll, wie ich in diese beknackte Sendung und vor allem in die Top Ten komme? Natürlich weiss sie darauf auch keine Antwort. Ich sage, dass ich doch nicht in diese Sendung passe. Sie sagt: Ja, Du bist halt schon etwas älter, hmmm. Auch ihr scheinen die anderen beiden Überschreitungen im 20er-Bereich nicht aufzufallen. Bevor die Heidi und der Peyman die Entscheidung bekannt geben, wer weiter kommt, wache ich auf. Zum Glück. Ich hätte es nicht überlebt, wäre ich nicht in die nächste Runde gekommen.

Leute, das war vielleicht heftig. Habe etwa ne Stunde gebraucht, um wach zu werden und wieder zu Sinnen zu kommen. Ist halt nicht so einfach zu verkraften, ein solcher Erfolg und solche Strapazen. Macht euch also bitte nie, nie, nie mehr über diese Sendung oder die Nervosität der Models lustig. Ich weiss jetzt, was es bedeutet.

Ich sollte weniger TV-Schrott gucken. So, und jetzt dürft ihr über mich lachen.

Adieu.

08.


April
2013

Wellnesshungrige auf Abwegen

Heute gibt’s mal ne Kritik in meinem Blog. Ne sehr, sehr positive Kritik. Weil es ja sooooo schön war im Naturhotel Waldklause im Ötztal. Dort war ich letzten Herbst mit meiner sehr guten Freundin Christine. Wir hatten die „Freundinnen-Wohlfühltage“ gebucht, volles Programm. Den Hotel-Tipp haben wir von meiner ehemaligen Arbeitskollegin, Frau O., bekommen. Frau O. wollte mit dem Tipp zuerst nicht rausrücken, weil die Waldklause – pssst – ein absoluter Geheimtipp sei. Und sie habe keine Lust, die halbe Nachbarschaft plötzlich dort in der Sauna anzutreffen. Na, ich weiss Gott auch nicht, drum blieb ich still. Vorerst. Aber jetzt wird das Schweigen gebrochen. Was sein muss, muss sein.

Aber von vorne: Im Naturhotel Waldklause angekommen, werden wir wie Stammgäste und mit einem Cüpli begrüsst. Und weil es gerade Mittagszeit ist, auch mit ner Jause, wie es sich im Tirol gehört. Toll, da gefällts mir jetzt schon wunderbar.

Und dann das Zimmer. Viel Holz, das man auch riecht, trotzdem alles sehr modern eingerichtet. Ein Balkon, der zum Wald hinaus zeigt, während der Bach direkt vor dem Balkon entlang plätschert.

Und dann das Essen. Auch wieder volle Lotte. Angefangen beim Frühstück. Bei dem wir übrigens den Zahnarzt von Christine antreffen (soviel zum Geheimtipp von Frau O.). Der guckt – wie sie – etwas verdattert aus der Wäsche. Aber eben, wir waren beim Essen. Alles frisch aus der Region oder vom Hause selbst produziert. Auf den Möhren-Randen-Orangen-Sellerie-Saft (oder was man da alles noch reinwursteln kann) verzichte ich. Das ist mir nicht ganz geheuer. Aber gesünder kann man nicht leben als in der Waldklause – wenn man will. Meist will ich das aber im Urlaub nicht, dann will ich essen, was das Herz begehrt. Zum Glück sind auch die Menüs beim Dinner phänomenal. Die Vorspeisen am Buffet werden einem von der Küchenbrigade erklärt. Da kann also nichts schief gehen bei der Auswahl. Zum Glück gibt’s grosse Teller.

Dann zu unserem Programm. Das Freundinnen-Wolfühltage-Package ist nämlich streng, im positiven Sinne. Es beinhaltet eine Antistress-Teilmassage mit Kräuterölen und dampferhitzten Kräuterstempeln sowie eine Verwöhnbehandlung für das Gesicht. Beides ist toll und komplett entspannend. Dann Maniküre mit Lack. Da ich zuhause bereits regelmässig in die Maniküre geh, darf ich diese in eine Pediküre umwandeln. Supi. Ich quatsche während der Behandlung das Maniküren-Pediküren-Fräulein voll. Die Arme kann sich aber trotzdem auf ihr Handwerk konzentrieren und ich komme mit Ferrari-roten Zehennägeln raus. Grrrr. 

Zum Package gehört auch ein freier Eintritt in die Aqua Dome Therme Längenfeld, die nebenan liegt. Am zweiten Tag wollen wir diese Aqua Dome Therme besuchen, obwohl die Wellnessanlage im Hotel total fein und äusserst gemütlich ist. Wären wir doch nur dort geblieben. An der Rezeption sagt man uns (wir glauben, dass man es sagte, ist aber wohl nicht so, so im Nachhinein betrachtet), dass man direkt vom Hotel aus und in den Badesachen in die Therme rüber gehen könne. Nur mit Bikini, Bademantel und den Hotelfinken bekleidet, machen wir uns auf den Weg. Wir laufen über den Hotelparkplatz, dann über eine kleine Brücke und kommen dann auf einen Naturpfad. Jetzt muss es da irgendwo sein. Aber es ist nicht irgendwo, sondern nirgendwo. Die nette Frau an der Rezeption hat doch gesagt, es sei gleich um die Ecke? Was verstehen denn die Ötztaler mit „gleich um die Ecke“? Der Weg führt immer weiter und wird immer – na ja, naturpfadiger halt. Langsam ists auch etwas gar steinig für die Hotelfinkli und unsere pedikürten Ferrari-Nägeli. Und es zieht schon ein wenig unters Badmänteli. So warm ist es nämlich gar nicht, obwohl erst Ende August ist. Aber he, wir halten durch, bald sind wir dort. Obwohl wir diese Aqua Dome Therme weit und breit nicht entdecken können. Und „Dome“ klingt meiner Meinung nach nicht nach einem kleinen Kinderpool, da muss jetzt mindestens das Alpamare her. Leider wird uns der Plausch in der Aqua Dome Therme aber anscheinend vergönnt. Dabei haben wir uns sehr darauf gefreut, wieder mal die Badehose in den Arschspalt zu klemmen und die Rutsche runter zu sausen. Stattdessen kriegen wir die Menschen zu Gesicht, die etwas besser auf diesen Naturpfad passen als wir: Wanderer. Genau, W-A-N-D-E-R-E-R! So richtig mit Wanderschuhen, Rucksack, Laufstöcken und dergleichen. Oh Mann, warum müssen diese Wanderer es auch immer so übertreiben. Ok, cool bleiben. Setzen ne steinerne Miene auf und marschieren in den Hotelschlärpli und im Bademantel stramm an den Wanderern vorbei, grüssen dabei extra freundlich. Ja was denn, noch nie zwei auf nem Wanderweg gesehen, die aussehen, als seien sie gerade aus der Klapse abgehauen? Also echt, guckt doch noch blöder. Ok, aber auch wir sehen es ein: Wir haben uns total verlaufen. Auf dieser – gemäss Beschreibung – ach so kleinen Strecke. Wie unangenehm. Also alles wieder zurück auf unserem Irrweg. Eigentlich ein Wunder, dass wir das Hotel wieder finden. Unbemerkt erreichen wir unser Zimmer durch die Hotelgarage. Müssen also mit den inzwischen etwas durchgeweichten Schlärpli nicht an der Rezeption vorbei. Nicht mal der Zahnarzt von Christine hat uns entdeckt. Muss doch ein Geheimtipp sein.

OK Leute, vielleicht klingt das jetzt nach weniger Aufregung, als es für uns tatsächlich war. Aber wenn man im Naturhotel Waldklause ist, das einem Erholung, Gastfreundschaft und Gastronomie der Superlative bietet und man in diesem Tempel der Ruhe und Entspannung komplett zu sich findet – ja, dann reicht ein solcher Ausflug in Bademantel und Hotelschlärpli halt aus, um die totale Aufregung zu verspüren. So gut kann man dort die Seele baumeln lassen.

Beim Auschecken verabschiedet sich der Hoteldirektor persönlich von uns. Wir denken zuerst, er will uns den Weg zur Therme erklären. Sind wir aufgeflogen? Müssen wir die aufgeweichten Schlärpli noch bezahlen? Kommt aber und hilft beim Einpacken, wünscht gute Fahrt und so. Wir stellen uns vor, er winkt noch mit dem karierten Taschentuch hinterher. Das würde jetzt unglaublich gut passen. Macht er aber nicht. Er sagt aber herzlich „auf Wiedersehen“ und wir sagen auch herzlich „auf Wiedersehen“. Und genauso meinen wir das auch.

Hab ich jetzt nur geschwärmt? Hm, aber niemandem weiter sagen. Wir wollen auf unserer nächsten ungewollten Wanderung nicht auch noch MEINEN Zahnarzt antreffen. Von der Sauna reden wir schon gar nicht.

www.waldklause.at

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